Ring Fit Adventure – Review

Seit gut anderthalb Jahren ist „Ring Fit Adventure“ für die Nintendo Switch schon auf dem Markt. Leider gab es immer wieder Lieferengpässe, weshalb wir die Review erstmal verschoben haben. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt dafür: Langsam aber sicher will man an seiner Sommerfigur arbeiten. 😉 Und genau darum geht es in „Ring Fit Adventure“: auf spielerische Weise etwas für seine Fitness zu tun.

Dafür sind im Lieferumfang ein Beingurt und der namensgebende Ring-Con enthalten. Der linke Joy-Con wandert in die Tasche am Beingurt, welchen man sich um den linken Oberschenkel schnallt. Der rechte Joy-Con wird an den Ring-Con geklippt und dann hält man ihn mit beiden Händen vor sich.

Die Joy-Cons sind nicht enthalten.

Es gibt diverse Spielmöglichkeiten:

Der Story-Modus

Hier geht es darum, mit Ringo (eurem Ring) den bösen, drachenähnlichen Drako zu besiegen. Der hat Ringo nämlich all seine Fähigkeiten gestohlen und treibt jeden in den Fitnesswahn. Er übertreibt es total mit dem Training und tyrannisiert alle. In diversen Levels rennt man Strecken ab und trifft dabei auf Monster, welche man mit Fitnessübungen bekämpfen muss. Natürlich gibt es auch immer wieder Bosskämpfe gegen Drako selbst, die dann etwas länger und schwieriger sind. Die Intensität des Trainings kann individuell eingestellt werden. Je schwieriger, desto mehr Einheiten gilt es pro Übung zu absolvieren.
Im Verlauf des Spielens schaltet man immer wieder neue Übungen und Fähigkeiten frei. So gibt es ab einem gewissen Punkt Monster, die anfälliger auf Beinübungen sind, während andere mehr Schaden durch das Bauchtraining erleiden usw. Bald kann man mit Gegenständen, die während des Rennens gesammelten werden, Smoothies mixen, mit welchem man sich u.a. während eines Kampfes heilen kann. Es gibt auch Shops, in denen man sich mit der Ingame Währung bessere Trainingsanzüge kaufen kann, die einem z.B. stärker machen oder mehr Abwehrkraft verleihen.
Was hier sehr praktisch ist: über eine Uhr am unteren Rand wird angezeigt, wie lange man schon trainiert. Die Zeit läuft nur, solange man sich bewegt. Steht man still, tut es auch die Uhr. Zudem kann man zu Beginn im Story-Modus immer mit einem dynamischen Stretching starten und das Training mit einem statischen Stretching ausklingen lassen. Am Ende jedes Trainings erhält man eine detaillierte Übersicht über die soeben erbrachte Leistung. Darin ist z.B. ersichtlich, wie lange man in Bewegung war und wie viele Kalorien man verbrannt hat.

Laufen in einem Level der Story
Monster angreifen während des Story-Modus
Sich gegen Monster verteidigen während eines Levels in der Story

Mein Fazit:

Der Story-Modus gefällt mir am besten, denn dabei merkt man fast nicht, dass man Sport treibt. Durch die Story und die unzähligen Features (wie Sammelobjekte, Smoothies mixen usw.) wird der Fokus auf das Spiel gelenkt.
Ist man regelmässig beim Training, spürt man schon recht schnell Verbesserungen. So kann man nach wenigen Tagen die Übungsintensität erhöhen und hat immer wieder kleine Erfolgserlebnisse, was zusätzlich motiviert. Nach jedem Level kann man sich zudem den Puls messen und erhält auch direkt eine Empfehlung, ob die Intensität stimmt oder angepasst werden sollte. Man wird auch immer wieder daran erinnert, genügend Wasser zu trinken und zwischendurch mal eine kleine Pause einzulegen. Zu den Ausführungen der Übungen gibt es immer wieder Tipps. Das sind keine auf den Spieler angepasste Tipps, sondern einfach allgemeine Hinweise. Trotzdem helfen diese vor allem am Anfang oder bei neuen Übungen recht gut beim Verständnis.
Mit der Bewegungssteuerung hatte ich bisher noch (fast) keine Probleme. Wenn man darauf achtet, das die Nintendo Switch gut ausgerichtet ist und man die Übungen frontal davor ausführt, funktioniert alles prima. Falls dies mal nicht der Fall ist, gibt es die Möglichkeit, sowohl den Beingurt als auch den Ring-Con neu zu kalibrieren.
Dank dem Stretching vor und nach dem Training hält sich der Muskelkater bei neuen Übungen auch in Grenzen. 😉
Trotzdem gibt es auch etwas Negatives am Story-Modus: Er verplempert recht viel Zeit. Denn wenn ich z.B. 45 Minuten an der Switch bin, trainiere ich nur etwa 20-25 Minuten davon. Der Rest geht für die Story und das Drumherum drauf. Das Stretching wird auch nicht in die Bewegungszeit eingerechnet, weshalb man vielleicht noch ein paar Minuten mehr auf der Uhr hätte. Trotzdem finde ich das etwas schade. Hat man also wenig Zeit, sollte man lieber zum folgenden Schnellspiel-Modus wechseln.

Schnellspiel-Modus

Sets
Hier kann man sogenannte Sets absolvieren und sich auf gezielte Muskelpartieren konzentrieren. Bei einem „Bauch-Set“ werden also vor allem die Bauchmuskeln trainiert. Das Äquivalent gibt es zu diversen Körperpartien. In einem Set sind mehrere Übungen enthalten, welche die zu trainierende Körperteile beanspruchen. Es sind Übungen, die auch im Story-Modus vorkommen können. Je nach Genauigkeit der Ausführung gibt es entsprechend Punkte.

Einzelübungen
Hier können kleinere Übungen als Wettkampf ausgetragen werden. Es geht darum, in einer gewissen Zeit möglichst viele Einheiten zu absolvieren und so einen Rang zu erreichen. Diesen Rang kann man mit anderen Spielern online teilen und sich so mit ihnen vergleichen.

Minispiele
Die Minispiele gibt es auch im Story-Modus, da sind sie dann natürlich in die Story integriert und man kann durch gutes Abschliessen Gegenstände freischalten. Hier können die Minispiele geübt werden oder zu Spass ausgeführt werden. Dabei gilt es, eine Aufgabe in einer gewissen Zeit so gut wie möglich auszuführen, um einen Rang zu erhalten. Z.B. versucht man durch das Zusammenpressen des Ring-Cons, Luftstösse zu generieren, um damit Kisten zu zerschlagen.

Laufen
Hier kann man die Levels aus dem Story-Modus ohne Monster durchlaufen.

Mein Fazit:

Die Sets sind sehr effektiv und man wird schneller und intensiver ausgepowert. Leider wird hier nicht angezeigt, wie lange man trainiert und wie viele Kalorien man während des Trainings verbrannt hat. Es gibt auch kein Stretching zum Aufwärmen oder zum Abkühlen, was wirklich schade ist. Trotzdem eignet sich dieser Modus sehr gut, wenn man nur wenig Zeit hat und möglichst intensiv trainieren möchte.

Die Schnellspiele brauche ich nur sehr selten, da die meisten Übungen nur 30 Sekunden andauern. Deshalb habe ich hier zu wenig Anreiz zum Spielen. Es ist zwar spannend zu sehen, ob man nach mehreren Wochen Training mehr leisten kann, aber das war’s dann auch schon.

Minispiele absolviere ich lieber im Story-Modus. Es ist aber durchaus praktisch, dass man diese hier üben kann, denn mit gewissen Spielen habe ich etwas Mühe. Somit wird man in der Story besser und kann den fehlenden Gegenstand doch noch freischalten. Zugegeben brauche ich aber auch diese Funktion nicht allzu häufig, da ich lieber direkt im Story-Modus spiele.

Laufen
Das reine Ablaufen der Story-Level ist mir etwas zu langweilig. Ich denke aber, dass dieser Modus interessant wird, wenn man die Story beendet hat. Dann kann man hier zwischen den Übungen noch etwas entspannt laufen gehen. 🙂

Individueller Modus

Wie der Titel schon verrät, geht es hier darum, einen eigenen Fitnessplan zusammen zu stellen. Dafür stehen mir die Sets, Minispiele und die Laufstrecken aus dem Schnellspiel-Modus zur Verfügung. Ich kann also z.B. mit Übungen beginnen und immer wieder Minispiele oder Laufstrecken integrieren.

Fazit:

Dieser Modus gefällt mir nebst der Story am besten. Denn man kann seine Übungen selber zusammenstellen, diese auch mal mit einem Minispiel oder einer Laufstrecke unterbrechen und Training braucht nicht so viel Zeit wie im Story-Modus. Klar macht es dafür nicht ganz so viel Spass, aber gerade wenn man nicht so viel Zeit (und/oder Motivation) hat, kann man den festgelegten Fitnessplan absolvieren. Es lohnt sich also, im Voraus Fitnesspläne anzulegen, was ganz einfach ist. Es gibt Empfehlungen, die man anwenden und natürlich noch bearbeiten kann. Dass man auch Minispiele und Laufstrecken verwenden kann, gefällt mir wirklich gut. Sie lockern das Ganze etwas auf und sind nicht so trocken wie die einzelnen Sets im Schnellspiel-Modus.


Stellt man sich einen Fitnessplan zusammen, kann man sich entweder auf eine Körperpartie beschränken oder einen Allround-Plan zusammenstellen. Mit einem Allround-Plan hält man mehr Einheiten aus. 😉
Mir gefällt es auch sehr gut, dass vor und nach jedem Absolvieren des Fitnessplans ein Stretching stattfindet. Zudem wird die Bewegungszeit gemessen und die verbrannten Kalorien gezählt. Ein riesen Vorteil von diesem Modus ist, dass man schwierige Übungen einfach weglassen kann. Es braucht eine gute Balance zwischen fordernden Übungen und einfacheren Übungen, um wieder etwas zu Atem zu kommen. Einige wenige Übungen liegen mir nach mehrfachem Probieren nicht, sie fühlen sich einfach nicht gut an. Diese kann ich so getrost weglassen und trotzdem fordernd trainieren. 🙂

Multitask-Modus

Wenn man den Ring-Con gerne während einer anderen Tätigkeit nebenbei benutzen und diese Aktivität messen möchte, kann man das im Multitask-Modus tun. In diesem Modus wird die Nintendo Switch in den Ruhemodus versetzt. Wenn ihr den Ring-Con nun zusammendrückt oder auseinanderzieht wird das aber trotzdem aufgezeichnet. So könnt ihr ihn auch gebrauchen, wenn ihr z.B. gerade einen Film schaut.
Schaltet man nach dem Training die Switch wieder ein, werden im Story-Modus Belohnungen freigeschaltet. Je nachdem, wie viele Bewegungen man absolviert hat, ist die grösser oder kleiner. Man kann die Belohnung auch an einen Freund verschenken, wenn man das möchte. 😉

Fazit:

Diesen Modus verwende ich sehr selten. Wenn ich schon an die Nintendo Switch gehe um zu trainieren, dann mache ich das lieber richtig. Aber für den Anfang oder einfach für Zwischendurch ist das sicher eine interessante Lösung. Leider können maximal 500 Bewegungen aufgezeichnet werden. Wenn man also einen ganzen Film lang Sport machen will, dann kommt man da bestimmt darüber hinaus. Der Ring macht auch bei jedem Zusammenpressen/Auseinanderziehen Pieps-Geräusche, welche anzeigen, dass die Bewegung aufgenommen wurde. Das ist zwar sinnvoll, aber auch störend. Die Idee mit der Belohnung finde ich super, denn so können Items für den Story-Modus Items und Ingame Währung freigeschalten werden.

Musik-Modus

Im März 2020 gab es ein Update, bei welchem der Musik-Modus eingeführt wurde. Hier kann man zu Tracks aus bekannten Nintendo Games wie „Super Mario Odyssey“ und „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ trainieren. Dabei gilt es, zum richtigen Zeitpunkt den Ring-Con in die richtigen Position zu bringen. Ähnlich wie bei „Beat Saber“, nur halt mit dem Ring-Con. 😉
Innerhalb des Musik-Modus kann man aussuchen, ob man das Level lieber mit Fokus auf die Arme + Beine
oder den Rumpf + die Beine spielen möchte.

Mein Fazit:

Der neue Musikmodus ist leider auch nicht so meins. Die Übungen liegen mir leider nicht so, vor allem die im Bereich „Rumpf + Beine“. Das fühlt sich für mich einfach nicht gut an und deshalb bleibe ich lieber bei den „normalen“ Übungen.

Gesamteindruck:

Mir hat „Ring Fit Adventure“ wirklich geholfen, aktiv zu bleiben. Klar erzielt man nicht die selbe Wirkung wie beim Besuch eines Fitnesscenters, dafür muss man die Wohnung nicht verlassen. Man braucht keine grosse Vorbereitung und kann es locker noch kurz am Abend in den Tagesplan einfügen. Hat man mehr Zeit, wählt man lieber den Story-Modus und kann so das Training beinahe vergessen. 😉 Manchmal kommt mir die Schwierigkeit der Übungen im Verhältnis unausgeglichen vor. So sind gewissen Übungen sehr schwer und anstrengend, und andere total einfach und man fragt sich, ob die tatsächlich etwas nützen. Die Übungspalette im Story-Modus kann man sich selber zusammenstellen, so dass man sich einen guten Mix einrichten kann. Auch im individuellen Modus kann man den Fitnessplan auf sich selbst anpassen. Für alle, die in einer Wohnung leben, gibt es übrigens auch einen leisen Modus, mit welchem man das auf der Stelle Rennen mit Wippen (immer wieder leicht in die Knie gehen) ersetzen kann, um die Nachbarn unterhalb nicht mit Stampfen zu belästigen.

Ich spiele nun seit Januar 2020 und bin natürlich nicht immer gleich intensiv dabei. Zu Beginn habe ich unter der Woche jeden Tag trainiert, dann habe ich es ganz weg gelassen. Später habe ich mit drei mal die Woche wieder begonnen und momentan bin ich leider wieder in einer inaktiven Phase, möchte aber bald wieder loslegen. Trotzdem kann ich sagen, dass mich das Spiel langfristig zum Dranbleiben motiviert. Der Story-Modus macht wirklich total Spass und durch die ständigen Erfolgserlebnisse und die immer neuen Übungen bleibt man motiviert. Wenn man gerade einfach keine Energie für Sport hat, kann jedoch auch das beste Game nichts daran ändern. 😉

Gewisse Dinge könnte man noch verbessern, wie das bereits erwähnte fehlende Strechting und die fehlende Aufzeichnung im Schnellspiel-Modus, aber im Gesamteindruck und über längere Zeit getestet, kann ich „Ring Fit Adventure“ nur empfehlen. Es mach Spass und hält dabei fit, was will man mehr? 😉

Und einfach zu eurer Belustigung könnt ihr mir hier noch etwas zuschauen, wie ich Ring Fit Adventure spiele 😉 :

Hier könnt ich euch das Fitnessgame nach Hause holen: Ring Fit Adventure

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