All-Star Draft

Eishockey-Matches kann man momentan leider nicht besuchen, dafür gibt es jetzt ein Brettspiel welches uns in fiktive Hockey-Arenen entführt. Der Schweizer Verlag „Suncoregames“ hat mit „All-Star Draft“ ein Strategiespiel ab zehn Jahren herausgebracht, welches mit zwei bis sechs Spielern genossen werden kann. Ich als Eishockeyfan habe mir das Brettspiel mal etwas genauer angesehen und möchte es euch nun vorstellen.

Worum geht es?

Grundsätzlich geht es darum, dein perfektes Eishockeyteam zusammen zu stellen und so die meisten Fans zu gewinnen. Die Teams bestehen aus Karten, welche verschiedene Tiere, Symbole und Zahlen aufweisen. Das Brett dient als Orientierung über den aktuellen Punktestand, wer wie viele Fans gewonnen hat. Zudem ist darauf auch hinterlegt, welche Tiere, Symbole und Zahlen im Duell mehr gewichtet werden. Mit den Arenakarten wird der Ort des Matches angezeigt. Diese Karten legen auch die Bedingungen jedes Matches fest. So gibt es Arenen, bei denen man mit einem Sieg die meisten Fans gewinnt, aber auch solche, bei denen man mit einer Niederlage mehr Fans für sich abholen kann (siehe Bild). Wie in der richtigen Hockey Saison gibt es auch bei „All-Star Draft“ eine reguläre Saison und die Playoffs, bei denen sich alles nochmals ändern kann.

In der ersten Arena gibt es für den ersten Platz die meisten Fans. In der Zweiten jedoch für den dritten Platz.

Wie läuft das Spiel ab?

Mit dem namensgebenden Draft werden die Karten auf die Spieler verteilt. Man kann sich aus sechs Karten eine aussuchen und gibt die Restlichen im Kreis weiter. Von den neu erhaltenen Karten sucht man sich wieder eine aus und gibt sie wieder weiter usw. Diese Karten bilden das Team, mit denen man versucht, das anstehende Match für sich zu entscheiden. Um ein Match zu gewinnen, müssen die fünf Karten des Teams möglichst viele identische Tiere, Symbole oder Zahlen aufweisen. Also z.B. möglichst fünf gleiche Tiere. Da jeder Spieler sechs Karten erhält, legt er fünf verdeckt ab, welche sein Team bilden und eine kommt auf die Reservebank. Diese kann im nächsten Match wieder eingesetzt werden. Werden die Teams nun aufgedeckt, gewinnt der Spieler das Match, welcher die meisten identischen Tiere, Symbole oder Zahlen hat. Haben zwei Spieler gleich viele identische Karten, wird die Gewichtung vom Spielbrett berücksichtigt. So sind Symbole stärker als Tiere, und Tiere stärker als Zahlen gewichtet. Hat also jemand z.B. vier identische Tiere und der andere vier identische Zahlen, gewinnt der Spieler mit den vier identischen Tieren. Auch unter den Symbolen, Tieren und Zahlen gibt es nochmals stärkere Gewichtungen, die sind auf dem Spielbrett genau vermerkt. Wurde ermittelt, welcher Spieler das Match auf welchem Rang abgeschlossen hat, wird anhand der Arena-Karte festgelegt, wer wie viele Fans bekommt. Die Fans werden auf dem Spielbrett ergänzt und die erste Runde ist vorbei.

Der obere Spieler hat vier identische Symbole, der mittlere hat fünf identische Tiere und der untere fünf identische Zahlen. Da der obere Spieler nur vier identische Karten hat, wird er Dritter. Der untere Spieler hat fünf identische Zahlen, was laut Spielbrett mehr Wert hat als vier identische Tiere, deshalb gewinnt der untere Spieler diese Runde und der Mittlere wird Zweiter.

In der zweiten Runde werden wieder mit dem Draft sechs Karten an jeden Spieler ausgegeben. Somit hat man nun 12 Karten und bildet zwei Teams, da auch zwei Matches ausgetragen werden. Das Team aus der ersten Runde bleibt bestehen, man kann jedoch einen Spieler austauschen. Das zweite Team wird aus den in der zweiten Runde neu erhaltenen Karten und dem Spieler auf der Ersatzbank gebildet und beinhaltet wieder fünf Karten. Die beiden Matches in Runde zwei laufen genau gleich ab wie das Match in der ersten Runde. In der dritten Runde werden dann sogar drei Matches ausgetragen. Auch hier kann man von den beiden bereits in Runde eins und zwei verwendeten Teams nur eine Karte austauschen. Das dritte Team wird aus den in Runde drei neu erhaltenen Karten und der Reservebank gebildet.
Sind alle drei Runden vorbei, beginnen die Playoffs. Hier wird nun ein Team (aus fünf Karten) aus allen bisher gesammelten Karten gebildet. Dann treten die Teams der Spieler alle wieder gegeneinander an. Der Verlierer fliegt aus den Playoffs und ist somit raus. In der nächsten Runde müssen 2-4 Spieler aus dem Team ausgetauscht werden. Diese Karten werden endgültig weggelegt und können nicht mehr verwendet werden. Wieder treten die Teams gegeneinander an und der Verlierer fliegt raus. So wird eine Rangliste in den Playoffs erstellt: Wer zuletzt noch drin ist, belegt den ersten Platz. Wer als zweitletzter noch drin war, den zweiten usw. Nun werden die letzten Fans verteilt. Wer am Schluss die meisten Fans hat, gewinnt das Spiel und darf den Pokal in die Höhe stemmen!

Kleine Randnotiz: Ich habe in der Erklärung die Coaches und die Playoff Tickets weg gelassen, damit das nicht noch komplizierter wird. Allfällige Fragen dazu dürft ihr gerne in die Kommentare schreiben.

Wie hat mir das Spiel gefallen?

Zu Beginn ging es mir gleich, wie es euch wahrscheinlich gerade geht: Ich war von den Regeln etwas überfordert. Mein Spielpartner und ich haben uns an den Grundsatz: „Learning by doing“ gehalten und einfach mal drauf los gespielt. Nach einer Partie war der Funke nicht übergesprungen und wir haben das Spiel weggelegt. Ein paar Tage später haben wir es aber in einer Fünferrunde nochmals ausgepackt und gespielt. Die Regeln sind uns erstaunlich gut im Kopf geblieben und wir konnten das Spiel nun viel besser verstehen und geniessen. Man merkt plötzlich, wie viel Taktik dahinter steckt und worauf man von Anfang an achten kann/muss, damit man schlussendlich die bessere Ausgangslage hat. So hilft es einem, wenn man von Beginn an versucht, immer wieder die selben Tiere, Symbole und/ oder Zahlen zu sammeln, um am Schluss im Playoff bessere Chancen zu haben. Da müssen schliesslich Karten im Team ausgetauscht und (für immer 😉 ) abgelegt werden. Wenn man das Spiel also mehrmals spielt, fängt es an, Spass zu machen. Dranbleiben lohnt sich, vor allem wenn man gerne taktisch spielt. 🙂 Ich empfehle euch auch, das Spiel mindestens zu dritt zu spielen. Es gibt zwar extra Regeln für zwei Spieler, trotzdem ist es mit nur einem Mitspieler eher langweilig. Sobald man aber zu dritt, viert oder fünft ist, ist es gleich viel interessanter. Die Mitspieler bringen mehr Pep und Spannung rein. Ob das auch für sechs Spieler gilt, kann ich leider nicht beurteilen, da wir es nie zu sechst gespielt haben. Aber ich denke mir, dass es auch zu sechst Spass macht. Einen weiteren Nachteil gibt es noch: Man braucht recht viel Platz. Jeder Spieler legt fünf bis schlussendlich 15 Karten vor sich ab. Dann gibt es noch das Spielbrett und die grösseren Arenakarten. Da kann der Esstisch bei vier Spielern oder mehr auch mal recht eng werden.
Das Eishockey-Thema hat mir grundsätzlich gut gefallen, man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Auch wenn man Eishockey nicht mag, kann einem das Spiel gut gefallen. Denn man braucht keinerlei Vorkenntnisse darüber. Als Fan fand ich es aber etwas schade, dass man hier nicht etwas den Bezug zu den Schweizer Teams und Stadien gesucht hat. Klar kann man kein Team SCL Tigers oder ZSC Lions nennen, aber gewisse Andeutungen hätte man bestimmt einbauen können (z.B. hätte man die Tigerkarte orange machen können, blaue Löwenkarten und schwarze Bärenkarten hinzufügen können). Schliesslich ist es ja auch ein Schweizer Spiel. Auch die Tatsache, dass man um Fans spielt und nicht um Punkte, fand ich etwas schade. Wenn man hier so eine Art Liga mit Ranglisten eingeführt hätte, wäre das Eishockeyfeeling sicher noch etwas besser rübergekommen. Wenn man kein Fan ist, dann ergibt sich so aber bestimmt eine gute Mischung aus Brettspiel und Eishockey, welche, je öfter man spielt, desto spannender wird. 🙂

Hier kannst du dir das Spiel holen -> All-Star Draft

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