Serien Favourites: The Handmaid’s Tale

Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Buch, welches im deutschsprachigen Raum als „Der Report der Magd“ erschienen ist. Die Autorin Margaret Atwood schrieb den dystopischen Roman bereits 1985, die Serienadaption wird seit 2017 produziert. Die 32 Jahre Altersunterschied merkt man der Umsetzung nicht im Geringsten an, die Geschichte scheint aktuell wie nie; tatsächlich scheint sie sogar näher am Puls der Zeit zu sein als damals.

Aber um was geht’s überhaupt?
In einer nahen Zukunft wütete in den USA ein Bürgerkrieg in welchem christliche Fundamentalisten an die Macht gekommen sind und ein totalitäres System aufgebaut haben. Es wurde ein striktes Kastensystem eingeführt, anders Denkende werden zur Zwangsarbeit in Lager deportiert oder öffentlich hingerichtet. Die Geburtenrate ist eingebrochen und die wenigen Frauen welche noch Kinder kriegen können, werden von der Elite als Gebärmaschinen missbraucht um das Überleben des Staates Gilead zu sichern.
Die Geschichte dreht sich um June Osborne bzw. Desfred und der Zuschauer begleitet sie vom Moment ihrer versuchten Flucht nach Kanada an, über ihre Umerziehung in einem der roten Zentren, bis hin zu ihrem neuen Dasein als Magd beim Ehepaar Waterford.

Die Serie lebt nicht nur von ihrer bedrückenden Geschichte, welche das Buch nach der ersten Staffel eingeholt hat aber dank der Mitarbeit von Margaret Atwood die Qualität auch in den weiteren Staffeln konstant hoch hält, sondern auch von der schauspielerischen Leistungen der Darsteller.
Allen voran liefert Elisabeth Moss als Desfred (bekannt u.a. als Peggy Olson in Mad Men) eine wahnsinnige Performance ab. Wie ein einzelner Blick, ein kleines Lippenzucken so eindrücklich „Ich werde meine Chance kriegen und ich werde sie nutzen und dann Gnade euch Gott“ sagen kann, beeindruckt mich zutiefst und führt zu Gänsehaut wenn ich nur daran denke.
Auch der Rest des Casts spielt grossartig, kein Wunder, die Besetzung ist durchaus hochkarätig.
Ob Joseph Fiennes (American Horror Story), Samira Wiley und Madeline Brewer (beide in „Orange is the New Black“ zu sehen) oder Yvonne Strahovski (24, Chuck, Dexter) und Alexis Bledel (Gilmore Girls, Sin City). Bis in die kleinsten Nebenrollen ist die Serie top besetzt und die brillant geschriebenen Charaktere werden fabelhaft in Szene gesetzt.

Eine weitere Stärke ist, neben dem genialen Soundtrack, die emotionsgeladene Bildsprache, welche von Mitgefühl bis Hass alles in euch auslösen können. Dazu kommen Bildkompositionen welche eine derartige genussvolle Symmetrie an den Tag legen, dass man glaubt, Wes Anderson selbst habe seine Finger im Spiel gehabt.

The Handmaid’s Tale ist kein leichter Stoff, eher ein harter, unbarmherziger Schlag in den Magen. Ihr werdet leiden, ihr werdet weinen und ihr werdet wütend sein.
Doch ihr werdet hoffen – Ein wichtiger Bestandteil, weshalb die Serie so gut ist wie sie nun einmal ist: Trotz aller Ungerechtigkeit: Der unzerstörbare Glaube an Hoffnung!
Eine Botschaft welche durchaus universelle Gültigkeit hat.

Hauptcharakter: 10
Spannung: 9
Abwechslung: 6
Komplexität:* 7

*Bei der Komplexität ist nicht unbedingt die 10 das beste Ergebnis. Denn eine 10 steht für eine sehr komplexe Serie und die 0 wäre dann eine sehr einfach gestrickte Show. Deshalb liegt es an euch zu entscheiden, wie gerne ihr verstrickte Handlungen habt und ob euch eine hohe Komplexität zusagt oder nicht.

Text vom ponyhofbesucher

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