Serien-Favourites: Doctor Who

Ein Ausserirdischer (der aussieht wie ein Mensch) reist mit menschlicher Begleitung in einer Polizeinotrufzelle (die von innen grösser ist als von aussen) durch Raum und Zeit und rettet immer wieder unzählige Planeten? Das klingt schon super! Aber das Beste ist: Wenn er tödlich verletzt wird, regeneriert er. Das heisst, er stirbt nicht, sondern ändert einfach sein Aussehen. Nein, er ist nicht unsterblich, und ja, die Regenerationen sind beschränkt, aber ich will hier jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen. 😉 Auf jeden Fall kommt es so, dass der Doctor seit zwei Staffeln weiblich ist. Übrigens: Er/Sie ist kein richtiger Doktor, er/sie hat sich den Namen selber gegeben, was bei seiner/ihrer Rasse üblich ist. Den echten Namen des Doctors kennen wir bisher noch nicht und ist wohl sein grösstes Geheimnis.

Wer jetzt aber ein actiongeladenes Sci-Fi Abenteuer à la „Star Wars“ erwartet, der wird enttäuscht werden. Denn der Doctor ist bekannt dafür zu rennen, und nicht zu kämpfen. Er trägt keine Waffen bei sich, da er diese aus Prinzip schon verabscheut. Dafür besitzt er einen Schallschraubenzieher, der eine Art Wunderwerkzeug ist. Er öffnet jedes Schloss und kann auch sonst sehr viel. Nur gegen Holz ist er unerklärlicherweise machtlos. Als War Doctor war er zwar massgeblich am „Zeitkrieg“ beteiligt, einer der grössten Kriege im Universum, doch alle anderen seiner Inkarnationen waren (meistens) eher friedfertig. Deshalb zählt er den War Doctor auch nicht zu seinen Leben dazu. Natürlich gibt es immer wieder Kämpfe, denn wenn eine Spezies vom Aussterben bedroht, Kinder am Weinen oder Freunde in Gefahr sind, dann unternimmt er alles mögliche, um sie zu retten. Aber meist verwendet er hierzu lieber eine kluge Taktik als rohe Gewalt. Denn er weiss, wie schlimm ein Krieg ist und zudem gibt es nebst dem Doctor (eigentlich) keine anderen Time Lords mehr. Die Tatsache der Letzte seiner Art zu sein macht ihn sehr gütig und überlegt. Er versucht immer das Richtige zu tun, auch wenn das nicht immer einfach ist. Trotzdem sehen seine Gegner in ihm einen gefährlichen Krieger und unternehmen vieles, um ihn los zu werden. Er gerät immer wieder in den Konflikt zwischen Gut und Böse und sieht sich mit unlösbar scheinenden Konflikten konfrontiert. Zum Glück hat er (meistens) Begleiter bei sich, die ihm helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen oder mit den falschen leben zu können.

Doctor Who ist die am längsten laufende Sci-Fi-Serie aller Zeiten und steht dafür auch im Guinessbuch der Rekorde. Die erste Folge lief am 23. November 1963 auf BBC One. Weiter ging es dann bis 1989. 1996 erschien ein Film und 2005 wurde die Serie neu gestartet. Ab diesem Neustart kann man sehr gut einsteigen, was auch ich gemacht habe. Denn von den alten Folgen gibt es leider keine gute Sammlung und gewisse Episoden sind anscheinend komplett verschwunden…

Die 2005-Serie begann wieder mit einer Staffel 1, auch wenn die Geschichte an die alten Folgen anknüpft. So ist der Doctor der neuen ersten Staffel die neunte Inkarnation des Doctors, da die Serie 1989 (und der Film 1996) mit dem achten Doctor endete. Wie gesagt, kann man aber gut dort einsteigen, denn es wird einem Vieles über die Vergangenheit erklärt und der Neustart wurde extra so konzipiert, dass auch neue Fans dazukommen können. 🙂

Alle Inkarnationen des Doctors in chronologischer Reihenfolge (inkl. dem War-Doctor)

Anfangs dieses Jahr lief nun die 12. Staffel auf BBC One in Originalsprache. Die deutsch synchronisierte Versin läuft seit dem 23. Juli 2020 jeweils am Donnerstag um 21 Uhr auf dem Sender FOX und im September erscheint die DVD und die Blu-ray.

Ich bin ein riesen Fan und „Doctor Who“ ist meine absolute Lieblingsserie. Ich weiss noch, wie mich eine Kollegin dazu brachte, die ersten Folgen anzusehen und ich dachte mir nur: „Aliens finde ich nicht so interessant, aber ich seh‘ mir jetzt mal die ersten Folgen an.“ Nun, es dauerte etwa 2-3 Folgen und schon hatte mich Doctor Who in seinen Bann gezogen! Durch die Zeitreisen und die Ausflüge ins All ist die Serie so abwechslungsreich, dass es nie langweilig wird. Dazu kommt der sympathische Time Lord (der Doctor) mit den zwei Herzen und die wissbegierige Begleiterin und schon hat dich die Serie mit Haut und Haaren verschlungen.

Was die Sendung auch sehr geprägt hat, ist der Produzent Steven Moffat. Wer schon meine Review zu Sherlock gelesen hat, weiss, was jetzt kommt. 😉 Denn man kann über ihn sagen was man will, aber so spannend wie mit Steven Moffat ist es einfach mit keinem anderen! Denn kein Charakter ist vor ihm sicher und keine Beziehung zu heilig, um sie so richtig aus dem Ruder laufen zu lassen. Er lässt Personen auf tragische Weisen sterben/ verschwinden und macht aus Freunden Feinde und vice versa. Er erschafft die gruseligsten und tragischsten Gegner und lässt einem vor dem Fernseher gleichzeitig den Kiefer runterkrachen, Tränen in die Augen schiessen und eine Schauer über den Rücke laufen. Ja ich gebe es zu, vielleicht sehe ich das etwas durch die rosarote Brille, aber seine Folgen finde ich total spannend und der rote Faden zieht sich teilweise sogar über mehrere Staffeln hinweg(Könnte da ein böser Wolf seine Finger im Spiel haben? 😉 ). So entsteht eine richtige Hass-Liebe zu Moffat: Hass wegen der ganzen herzzerbrechenden Szenen und Liebe, weil Doctor Who dadurch so spannend und mitreissend ist, wie es in einer Serie sein sollte. Natürlich wurde nicht jede Folge von ihm geschrieben, und es gibt auch sehr gute Folgen aus der Feder von anderen Produzenten, aber ich wollte euch einfach kurz aufzeigen, was Steven Moffat für Doctor Who geschaffen hat.

Nach der 10. Staffel haben die Produzenten und der ganze Cast gewechselt. Letzteres ist nichts Spezielles bei Doctor Who, denn wir erinnern uns, er kann regenerieren ;). Wie ihr aber an meiner vorherigen Lobrede über Steven Moffat sicher erahnen konntet, fehlt danach irgendwie das Doctor Who-Feeling meiner Meinung nach. Die eben vorhin erwähnte Hass-Liebe verschwand komplett und die ganze Serie wurde zu einem weichgespühlten Etwas. Keine unerwarteten Wendungen mehr und keinerlei roter Faden zog sich durch Staffel 11. Zum Glück ist die 12. wieder besser gelungen. Auch wenn ich immer noch mehr erwartet hätte, vor allem nach dem fulminanten Start, kann ich nun wieder gut damit leben. Die Serie verfolgt wieder einen Leitgedanken und somit ist auch die Spannung wieder gegeben. Das Staffelfinale hat, wie von den Produzenten angekündigt, das gesamte Doctor Who-Universum auf den Kopf gestellt. Ehrlich gesagt müsste ich die komplette Inhaltsangabe dieser Review neu schreiben, aber „Spoilers, Sweetie“! Einerseits ist die Veränderung genau das, was man von dieser Serie erwartet, aber andererseits empfinde ich die Veränderung doch etwas zu heftig. Trotzdem gefällt mir die 12. Staffel wieder recht gut.

Lange Rede, kurzer Sinn: Schaut Doctor Who, es ist die beste Serie der Welt! Auch wenn die neuen Staffeln etwas abgegeben haben, finden sie langsam ihren Weg zurück zur alten Stärke.

Doctor Who – Serienübersicht

Hauptcharakter: 10
Spannung: 10
Abwechslung: 10
Komplexität: 6

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