Joker: Review (spoilerfrei)

Wie sehr habe ich mich auf diesen Film gefreut und wie sehr hatte ich Angst davor, dass er nicht gut werden würde! Der Joker ist neben James Moriarty mein Lieblingsbösewicht und eine der interessantesten Figuren überhaupt. Schon seit Jack Nicholsons Darstellung des Erzfeindes von Batman (nein ich war damals noch nicht geboren, habe denn Film aber später gesehen und geliebt 😉) bin ich fasziniert von dem Joker und frage mich, wie konnte ein einfacher Mann zu so einem durchgeknallten Freak werden? Spätestens nach der Performance von Heath Ledger in «The Dark Knight» fragen sich das bestimmt auch viele von euch und endlich bekommen wir eine mögliche Antwort auf diese Frage! Bevor ich mir jetzt den Hass aller Comicleser einhandle: Ja ich weiss, da gibt es schon einige Geschichten zum Joker. Da es hier aber so viele verschieden Comic-Serien gibt, habe ich den Durchblick nie gefunden und mich bis heute noch nicht mit der auf Papier gebrachten Geschichte zum Joker befasst. Was aber nicht heisst, dass ich es nie tun werde, ich habe den besten Anfang einfach noch nicht gefunden. (Ich bin also offen für Vorschläge 😉)

Vielleicht eben aus diesem Grund freute ich mich auch so sehr auf den Film, da man aus leinwandtechnischer Sicht noch fast keine Einblicke in den Werdegang des Jokers bekommen hatte.

Also kommen wir nun endlich zu meiner Review zu «Joker».

Ich finde ihn einfach grossartig! Man darf aber keinen von Action sprühenden Film erwarten, denn es geht hier ja um den Werdegang des Jokers. Es werden uns also die Gründe aufgezeigt, welche dazu geführt haben, dass Arthur Fleck zu diesem schaurigen Bösewicht wurde. Ich möchte euch natürlich nicht spoilern, deshalb erzähle ich nicht mehr von der Story.

Was mich wirklich fasziniert hat, sind die vielen Aha-Momente im Kino. Teilweise beziehen sich diese auf bisher bekannte Eigenschaften des Jokers, wie z.B. sein Lachen. Aber es gibt auch immer wieder solche Momente, welche im Film selber ausgelöst wurden. Wird etwas im Film bekannt gegeben, kann es durchaus sein, dass am Schluss diese Tatsache wieder einen anderen Aha-Moment auslöst. So wird man immer wieder irregeführt, was den Charakter des Jokers noch mehr unterstreicht. Deshalb finde ich die Tatsache, dass die Filmemacher im Voraus bekannt gegeben haben, dass er sich nicht an die Vorlagen aus den Comics richtet, so spannend. Man kann sich wirklich nie sicher sein, was als Nächstes passiert.

Während des ganzen Filmes fühlt man mit Arthur mit, und immer wieder schämt man sich für seine Entscheidungen und Handlungen fremd. Man denkt sich: Dass kann er doch jetzt nicht wirklich machen? Er sollte doch wissen, dass es nicht gut herauskommen wird! Doch genau das macht die Figur so menschlich und die Geschichte fühlt sich dadurch sehr real an.

Zu diesem Gefühl der Echtheit tragen auch alle Elemente des Filmes bei. So passen der Sound und die Farbgebung perfekt zu diesem immer düster werdenden Leben und lassen seine psychische Entwicklung so nachvollziehbar und echt wirken, dass sie einem mehr als nur einen kalten Schauer über den Rücken laufen lassen.

Wie bereits am Anfang erwähnt, ist «Joker» kein Actionfilm. In den zwei Stunden, welche der Streifen dauert, kommen wir vielleicht auf insgesamt 15-20 Minuten an Actionszenen. Auch wenn diese es wirklich in sich haben, darf man daher keinen schnellen und actionreichen Film erwarten. Den grössten Teil der Zeit im Kino verbringt man damit, mit dem Joker mit zu leiden und auf das fulminante Finale zu warten, was ich definitiv nicht negativ empfinde. Denn wenn man diese Welt des Jokers und Batmans etwas kennt, und sich fragt, was einem Mann passieren muss, um so sehr abzustürzen, dann ist diese Wartezeit sehr kurzweilig und man wird bestens unterhalten. Nicht zuletzt auch wegen der einfach hervorragenden schauspielerischen Leistung von Joaquin Phoenix, welcher Heath Ledger definitiv seinen Thron als «Bester Joker» streitig machen kann. Ich persönlich finde, dass beide ihn sich teilen können.

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass die Bewertung des Filmes auch sehr im Auge des Betrachters liegt. Denn wenn man die Geschichte des Jokers schon etwas kennen und lieben gelernt hat, dann stehen die Chancen auf ein sehr positives Kinoerlebnis hoch. Man fühlt sich mehr in die Person hinein und interessiert sich auch viel mehr für Details, welche für Laien evtl. langweilig wirken können. Mir persönlich hat der Film, wie ihr sicher schon bemerkt habt, sehr gut gefallen. Die Art und die Erklärung, wie Arthur Fleck zum Joker wurde, wurden perfekt getroffen und in Szene gesetzt. Ein wirklich massgeschneiderter Fan-Film, welcher uns hinter die Kulissen des unendlich abgrundtiefen Charakters des schaurigsten und mysteriösesten Bösewichtes der Comicgeschichte führt. Deshalb erhält «Joker» von mir 10 von 10 Clownmasken.

Hier könnt ihr den Film vorbestellen: Joker (Release: 12. März 2020)

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