Detroit: Becom Human – Review

Schon über ein Jahr ist es her, dass «Detroit: Become Human» auf der Playstation 4 erschienen ist. Der interaktive Thriller ist nur dank der Tech-Demo Kara im Jahr 2012 entstanden. Diese weckte so viel Interesse unter den Spielern, dass David Cage daraus ein ganzes Game kreierte. «Detroit: Become Human» steht bei den Kundenbewertungen auf WoG.ch aktuell auf dem sechsten Platz der beliebtesten PS4 Games und noch dieses Jahr soll das Action-Adventure auch für den PC erscheinen.

Wieso ich euch eine Review von einem nicht mehr wirklich aktuellen Spiel aufdrücke? Ganz einfach, ich habe es mir vor ein paar Wochen geholt und komme nun nicht mehr davon los! Diese Erfahrung muss ich unbedingt mit euch teilen, auch wenn bestimmt einige von euch bereits wissen, wovon ich schreibe. 😉

Das Detroit des Jahres 2038

Zuerst komme ich zur Handlung. Wie der Titel schon erahnen lässt, befinden wir uns in Detroit und zwar im Jahr 2038. Die Firma CyberLife hat ein paar Jahre zuvor die sogenannten Androiden erschaffen: Roboter welche wie Menschen aussehen, abgesehen von einer blauen LED an der rechten Schläfe. Androiden sind die ersten Roboter, welche den Turing-Test bestanden haben und leben nun Seite an Seite mit den Menschen. Sie erledigen Bauarbeiten, Putzen die Strassen, Warten Server oder machen den Haushalt der Menschen. Da sie keine Gefühle haben und den Anweisungen ihrer Meister immer folge leisten, sind sie die Idealen Arbeitskräfte. Bis jetzt! Denn immer mehr dieser Androiden beginnen plötzlich, Gefühle zu zeigen und sich den Anweisungen der Menschen zu widersetzten. Diese «defekten» Roboter werden im Spiel Abweichler genannt. Wir schlüpfen hier in die Rolle der drei Protagonisten Kara, Markus und Connor.

Kara kümmert sich um den Drogenabhängigen Todd und dessen Tochter Alice. Durch die Gewalt, welche Todd auf seine Tochter ausübt, entschliesst sich Kara dafür, Alice zu beschützen und wird so zum Abweichler. Markus wird durch eine (falsche) Beschuldigung beinahe zerstört und kann sich nur knapp retten, so wird auch er zum Abweichler. Conner ist der fortschrittlichste Android von CyberLife und soll zusammen mit Lieutenant Hank bei der Polizei Verbrechen mit Beteiligung von Androiden aufklären.

Dadurch, dass man nicht nur eine Figur spielt, sondern gleich drei, erlebt man die ganze Story und die Geschehnisse im dystopischen Detroit aus völlig unterschiedlichen Perspektiven.

Eben diese Charaktere sind einer der Hauptgründe, wieso ich dieses Game liebe. Man beginnt starke Bindungen zu jeder der Haupt- und Nebenfiguren aufzubauen. Der Kampf, von der Gesellschaft als Androiden akzeptiert zu werden und die tragischen und emotionalen Wege von Kara und Markus lassen einem nicht kalt und werfen immer wieder Grundlegende Fragen auf. Diesen muss sich auch der dritte im Bunde stellen. Connor wurde eigentlich dazu erschaffen, Abweichler aufzuspüren und diese aus dem Verkehr zu ziehen. Doch immer mehr stellt sich auch ihm die Frage: Auf welcher Seite will ich stehen? Welches ist die richtige Seite und darf oder kann ich mich überhaupt entscheiden? Genau dieser Konflikt fasziniert mich an Connor. Kann eine Maschine wirklich Gefühle empfinden oder sind diese nur eine Täuschung durch eine defekte Software?

Jede der drei Hauptfiguren muss sich immer wieder schweren Entscheidungen stellen, für welche man häufig auch nicht allzu lange Bedenkzeit zur Verfügung hat. Jeder dieser Entscheidungen kann die Story sofort, oder erst später grundlegend Beeinflussen. So stehen in Dialogen gewisse Antworten nur zur Verfügung, wenn man zuvor etwas herausgefunden hat. Deshalb bietet «Detroit: Become Human» unzählige Storystränge an, welche zu unzählig vielen positiven aber auch sehr negativen Enden führen können. Da kann man nach einem Durchgang problemlos gleich wieder von vorne beginnen. Dies muss man aber nicht unbedingt tun, denn man kann jedes Kapitel einzeln ansteuern und so könnte man auch Mittendrin nochmals beginnen. Ein gespieltes Kapitel kann auch direkt nach dem Absolvieren noch einmal aufgerufen und erneut gespielt werden. Dies wird einem vom Spielentwickler aber mit nachdruck nicht empfohlen. So sollte man zuerst einmal die ganze Story durchgehen, bevor man beginnt, Verbesserungen (oder Verschlechterungen) vorzunehmen. Ein Durchgang der Story dauert etwa 10 – 12 Stunden, so kann das Spiel gut an einem Tag oder einem Wochenende beendet werden.

Als Beispiel ein Ablaufdiagramm der ersten Sequenz

Natürlich besteht das Gameplay nicht nur daraus, vor dem Bildschirm zu sitzen und Entscheidungen zu treffen. Es gibt immer wieder Actionszenen wie ein Kampf oder eine Verfolgungsjagd, bei welcher man in kurzer Zeit die richtigen Tasten auf dem Controller drücken muss. Versäumt man zu viele der Quick-Time-Events, kann es sogar passieren, dass der Charakter stirbt.

Es gibt auch Szenen, bei welchen man sich frei auf einer bestimmten Fläche bewegen und diese erkunden kann oder sogar muss. Dies ist z.B. immer wieder an einem Tatort mit Connor der Fall. Je nachdem, ob man dann etwas auf der Fläche findet, kann man weitere Handlungsstränge freischalten. In diesen Szenen gibt es allerdings ein Manko: die Kameraführung und die Bewegung der Figur ist hier etwas Mühsam gestaltet. Man muss die Kamera immer wieder nachjustieren. Zudem haben Gegenstände und NPCs eine grosse unsichtbare Fläche um sich herum, welche man nicht betreten kann, was ab und zu etwas Anstrengend ist.

Ein Tatort auf welchem man sich frei bewegen kann

Wenn wir eh gerade bei den negativen Punkten sind, habe ich noch etwas kleines zu bemängeln: Das Spiel hat zwei verschiedene Schwierigkeitsstufen: Leicht und Erfahren. Hier finde ich es schade, dass man die erfahrene Stufe nicht noch ein Ticken schwieriger gestaltet hat. Gerade bei den Quick-Time-Events kommt man, auch wenn ein paar vermasselt werden, immer noch unbeschadet davon. Hier hätte man vielleicht noch eine dritte Schwierigkeitsstufe für Profis einbauen können.

Diese negativen Punkte fallen aber eigentlich wirklich nicht zur Last, sie sind nur mein Alibi, um nicht die ganze Zeit vom Game zu schwärmen. 😉

Ihr seht also, es lohnt sich einen Blick in «Detroit: Become Human» zu werfen. Genau das hatte ich vor ein paar Wochen auch vor, und dann habe ich den ganzen Tag an der Konsole gesessen und die Story gleich komplett durchgespielt. (Mittlerweile sind es drei Durchgänge geworden, und es kommen sicher noch mehr dazu.)

Das Game ist sicher nichts für Spieler, welche ein herausforderndes Gameplay suchen. Aber wer auf der Suche nach einer packenden Story und tiefgründigen Charakteren ist, mit denen man auch mal eine Träne vergiessen kann, ist hier genau richtig!

Detroit: Become Human bekommt von mir 9 von 10 Punkten

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close