Tolkien: Review (enthält leichte Spoiler)

Wer ein Flair für Sprachen hat, findet sich in Tolkien bestimmt wieder. In der Lebensverfilmung geht es um den Autor J.R.R. Tolkien, Teile seines Lebens und die Ursprünge seiner Fantasy-Meisterwerke.  Zudem erfährt der Zuschauer, wie seine Fantasiesprachen ihren Anfang gefunden haben. Besonders zentral werden die Liebesbeziehung zu seiner Frau Edith Bratt und die Schul- wie auch Studienzeit Tolkiens hervorgehoben. Um die Handlung abzurunden springt das Werk zwischen dem Handlungsstrang des jugendlichen Tolkien und der Zeit des Ersten Weltkriegs hin und her.

Ab und an werden Elemente eingebunden, die an Lord of the Rings und The Hobbit erinnern sollen. Fans der Saga warten natürlich gespannt auf solche Aufhänger, denn sind wir ehrlich: es sind wohl ausschliesslich Tolkien-Anhänger, die sich den Film anschauen. Von Beginn an wird die binäre Unterscheidung von der ländlichen Idylle vs. städtischer Industrie hervorgehoben, die auch als Vorlage für das Auenland und Isengart diente. Diese Anspielungen werden im Film in Visionen und Tagträumen Tolkiens wundervoll und ominös inszeniert.

Die ganze Handlung wurde der Spannung wegen romantisiert und dramatisiert, weswegen der Hauptfokus auf Tolkien, Edith und seinen Freunden liegt. Einige spannende Nebencharaktere werden eingeführt, jedoch nicht genauer ausgearbeitet, was ich sehr schade fand. Um die Handlung kompakt zu halten, war dies aber sicher nötig.

Besonders gut gefallen hat mir die Zeit, die Karukoski sich genommen hat, um Tolkiens Liebe zur Philologie darzustellen. Sprache ist mehr als nur das Mittel zur Beschreibung von Dingen und mehr als ein Mittel zur Kommunikation. Sprache muss leben können und darf Raum für Entwicklung haben.

Ich hatte gar das Gefühl, Tolkiens Sprachgerüst stabilisierte sich umso mehr er Edith verfiel.  Ich empfand das als eine schöne Ergänzung zur restlichen Handlung.

Die Handlung war natürlich vorgegeben, 100%ig zufrieden war ich damit nicht. Jedoch haben mich der Detailreichtum, die wunderschönen Visionen von Tolkien und der Fokus auf Etymologie und die Sprachen überzeugt. Alles in allem hat mir der Film gut gefallen – und vor allem gut getan. Tolkien motiviert, aktiver zu werden, wiedermal mehr zu lesen und etwas schriftlich niederzulegen, wie zum Beispiel diese Review 😉 Ich gebe 6 von 10 Ringen (sie zu knechten).

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