Zockerpedia – Der Rollenspiel-Spieler

Es ist an der Zeit der Menschheit einmal die verschiedenen Zockertypen dieser Welt näher zu bringen. Schliesslich gibt es mehr als den von den Massenmedien gerne gezeigten ungewaschenen WoW-Süchtigen oder den Amokläufer der Counterstrike auf dem PC hatte.

Aber was sind das für Leute, diese Zocker?

Möglicherweise sogar ganz normale Menschen?

Normal ist vielleicht etwas hochgegriffen, aber kommt mit und entdeckt die wundervolle Welt der verschiedenen Zockertypen.

Beginnen wir mit dem bekanntesten:

Der Rollenspiel-Spieler (Zockus Fantasticus Xpointius)

Dieses Exemplar verbringt mehr Zeit im „Charakter-Erstellungs-Menu“ als im eigentlichen Spiel (und in diesem ist er nicht selten mehrere hundert Stunden unterwegs).

Er (oder auch Sie) kämpft sich durch Horden aller bekannter Fantasy-Wesen die je erdacht wurden und aus allen erdenklichen Büchern und Filmen zusammen geklaut wurden: Orks, Elben, Feen, Zombies, Zwerge, Roboter, Einhörner, Robotereinhörner mit Laser auf dem Horn. Alles wird weggekloppt, solange es nur Erfahrungspunkte gibt.

Diese sind auch die Nahrungsquelle des Rollenspielspielers, er braucht nichts anderes und kann im richtigen Leben auch mal einige Tage komplett ohne Nahrung auskommen.

Eine ausgefeilte Geschichte braucht er nicht; es reicht völlig aus, der Auserwählte zu sein.

Der König wurde ermordet, die Welt steht vor dem Abgrund ins ewige Nichtsein, Dämonen haben des Helden Geliebte entführt oder eine riesige Amöbe versucht die Weltherrschaft an sich zu reissen, indem sie die sieben heiligen Kristalle von Bull’shiit in ihren Besitz bringt.

Dem Spieler ist das egal, für ihn zählt nur die Suche nach neuen, besseren Rüstungen und Helmen, welche das stundenlange herumdoktern im Charaktereditor (mach ich die Wangenknochen eher höher oder tiefer? Wie nahe sollen die Augen beieinander liegen? Zahnlücke? Oder Narbe über dem linken Auge? Und welche Form soll eigentlich das linke Ohrläppchen haben?) ad absurdum führen, da er seinen Helden unter der Eisenerzrüstung der akuten Flatulenz sowieso nicht mehr zu sehen bekommt.

Wenn er nicht gerade im Statusbildschirm seinen Helden bestaunt und diesen auf Facebook postet, erledigt er Nebenaufträge im Stil von „töte 100 Zombiehühner“ oder bringt einen völlig unsinnigen Gegenstand, den es nur an einer ganz bestimmten Stelle zu finden gibt, dem Erzbischof von Schwachsinnistan um das Schwert der Unvernunft geschenkt zu kriegen, nur um dann herauszufinden, dass dieses Buttermesser weniger Schaden macht als die Waffe, welche er seit Tagen schon herumschleppt. Also trägt er es nach Hause, um es in eine Kiste zu packen, wo es für immer liegen bleibt und verstaubt. Oder aber, wenn es doch einmal gebraucht würde, durch einen Bug im Spiel für immer verschwunden ist.

Rollenspiele sind für dieses Exemplar die einzig richtigen Spiele, nein, eigentlich mehr als das: sie betrachten sie schon als alternative, bessere Welt.

Eine Welt in der man durch ständiges Wiederholen innerhalb von wenigen Stunden alles erlernen kann, Magie, Schmiedetechnik oder freihändige Masturbation.

Er zeichnet sich durch seine kreative Namensgebung aus, schliesslich soll der Weltenretter nicht auf den Namen Hans, Kevin oder Kai-Uwe hören müssen. Da braucht es schon Namen mit einem gewissen Klang: Friedhelm der Friedfertige, Hektor-Pascal (klingt halt besser als Luftdruck) oder Orang-Utan-Klaus: der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Stärken:

+10 Realitätsflucht

+8 Nerdgequatsche

+5 Frustresistenz

Schwächen:

+15 Soziale Inkompetenz

-5 Wissen über Weltgeschehen (Was, es gab einen zweiten Weltkrieg? Da war ich wohl gerade in Morrowind und kämpfte gegen den Vampirkult)

P.s. Ihr kennt noch andere Zockertypen? Dann schreibt sie doch in die Kommentare 🙂 Merci!

Text von Ponyhof Besucher

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